HODGKIN - TIPPS

 

 

Die Chemotherapie gehört heutzutage zu (fast) jeder Hodgkin-Therapie.

Das heißt aber nicht, dass diese Zeit nicht auch schön sein kann.

Um euch zu zeigen, was bei mir alles möglich war, kommt hier meine persönliche Chemotherapie-Hitliste:

 

 

1. Süßigkeiten

Cookies, Brownies, Schokolade – alles ist erlaubt und erwünscht. Denn ausnahmsweise geht es darum kein Gewicht zu verlieren.

(Das sehen viele Leute anders und wenden sich gerade nach der Diagnose gesundem/vegetarischem/veganem Essen zu. Das muss natürlich jeder selbst entscheiden. Fakt ist aber, dass ihr ausreichend essen müsst – und mir hat das durchaus Vergnügen bereitet.)

 

 

 

 

 

 

2. Besuche

Zusammen ist man weniger allein. Und wenn die Familie kommt, muss man sich auch nicht verstellen. Man liegt im Bett und genießt die Aufmerksamkeit, Fürsorge und Liebe. Gute Freunde sind auch erlaubt. Hauptsache man muss weder Blässe noch Übelkeit oder Müdigkeit verstecken.

 

 

3. Sport

Die Sportschuhe schnüren und ein paar Meter laufen. Für mich war das erste Mal Laufen nach der ersten Chemo einer der Momente, der mir gezeigt hat: „Du schaffst das. Das Leben geht weiter.“ Nicht jeder ist gleich fit, nicht im gesunden Zustand und erst recht nicht während der Chemo. Ich drücke euch aber beide Daumen, dass auch ihr während der Therapie laufen, schwimmen und Fahrrad fahren könnt.

 

 

 

 

 

 

 

4. Wintersport

Auf dem Berg, in der Sonne, an der frischen Luft - da fühlt man sich gleich ganz gesund. Und unter dem Helm sieht man auch nicht, ob die Haare ausfallen.

(Davor sollte man die Reise auf jeden Fall mit dem Arzt absprechen.)

 

 

 

5. Filme

Wenn gar nichts geht, dann gehen zumindest Filme. Ich habe gerne während der Chemotherapie auf dem iPad einen Film gesehen. Mit Kopfhörern konnte ich die Umgebung gut ausblenden und eine ganze Liste an Filmen zum Träumen abarbeiten. Auch am Abend habe ich gerne mit meinem Freund einen Film gesehen, wenn ansonsten gar nichts ging.

 

 

6. Spiele

Das Gedankenkarussel habe ich zum Anhalten bekommen, wenn ich Backgammon gespielt habe, denn dann musste ich mich konzentrieren. Verloren habe ich zwar trotzdem regelmäßig, aber einfach mal an etwas anderes zu denken als immer nur an den Hodgkin war die Niederlage wert.

 

 

7. Essen

Alleine kommt der Appetit selten. Also lässt man sich bekochen oder geht ins Restaurant seiner Wünsche. Ich bin immer direkt nach der Chemotherapie etwas essen gegangen. Das hat die Stimmung aufgehellt und dem Appetitmangel später vorgesorgt.

Außerdem gibt es inzwischen Restaurants mit alkoholfreien Pairings. Im Restaurant Horváth in Berlin zum Beispiel gibt es zu jedem Gang einen passenden Drink - ohne Schnaps, aber mit Kreativität.

 

 

8. Kino/Theater/Konzert/Museum/Galerie/Botanischer Garten

Kultur kann man auch machen, wenn man nicht fit ist und auf Alkohol verzichten möchte. Selbst wenn ihr bisher eine andere Freizeitgestaltung gewohnt seid und abends gerne in den Clubs der Stadt tanzt: Hin und wieder ins Museum oder Theater zu gehen kann tatsächlich Unterhaltung und Abwechslung bieten.

 

 

9. Shopping/Kosmetik

Die Pflege des Egos ist jetzt richtig und wichtig. Es tut dem Selbstbewusstsein gut, wenn man besser aussieht. Deshalb habe ich mir gerne einmal einen neuen Hut gegönnt - und den passenden Pulli und Mantel gleich dazu. Außerdem ist Onlineshopping ein Zeitvertreib, der mit wenig Aufwand gute Unterhaltung bietet. Auch Kosmetiktermine sind Balsam für die Seele. Mit falschen Wimpern und angemalten Augenbrauen geht es anschließend auf die Jagd nach Komplimenten.

 

 

10. Sauna

Nach der Chemotherapie muss der Körper im wahrsten Sinne des Wortes entgiften. Deshalb sollte man viel trinken. Und in die Sauna gehen. Ich habe das manchmal wenige Tage nach der Chemotherapie – wenn einem eigentlich noch gar nicht so richtig nach Rausgehen zumute ist – gemacht und mich danach bedeutend besser gefühlt.

 

 

11. Städtetrips

Einfach mal den von der Krankheit geprägten Alltag hinter sich lassen. Ortswechsel wirken Wunder. Kleine Trips in eine andere Stadt sind in der Chemopause (gegebenenfalls nach Rücksprache mit dem Arzt) erlaubt und ermöglichen die oft lang ersehnte Ablenkung und Abwechslung.

 

12. Spaziergänge

Frische Luft und Bewegung tun immer gut, besonders an den Tagen nach der Chemotherapie. Auch wenn es manchmal schwer fällt sich aufzuraffen: Die kühle Luft und leichter Wind helfen hervorragend gegen die Übelkeit und Röte im Gesicht.

 

 

 

13. Zukunftsmusik

Worauf freust du dich, wenn der ganze Quatsch vorbei ist? Was möchtest du für schöne Dinge machen? Genieße das Träumen. Wenn du in den Urlaub fahren willst, suche dir schon einmal ein Hotel raus. Weißt du noch nicht, wohin es gehen soll, bestelle dir einfach drei Reiseführer gleichzeitig und lasse dich inspirieren. Wenn du danach endlich wieder tanzen und feiern möchtest, freue dich, dass du mehr als alle anderen einen Grund hast die Nacht zum Tag zu machen.

Die Zeit danach wird überwältigend. Versprochen.

 

 

 

 

 

 

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